English: Dresden has in recent years grown both famous and infamous. Famous for its attempt to meticulously reconstruct its once bombed-out historical center and bring the colorful baroque settings of the 18th century back to life. Infamous for the right-wing-surge that has since 2015 swept the city and made it a center of far-right activity in Germany and Europe.

One the one hand, the city exemplifies the ‘blooming landscapes’ that everyone hoped the German reunification in 1990 would bring about. On the other hand, it seems to testify to all the things that have gone wrong in Germany, Europe, and the world since that time.

Every Monday evening, the two realities clash dramatically, as the right-wing Pegida movement takes to the picturesque squares and streets to rally against foreigners, refugees, politicians, and the media. And although a majority in the population deplores the development, they are clueless as to what can be done against it. If only the right-wing movement would stop misusing the historical settings and silently vanish by itself.

But do the two realities oppose each other? Or are they rather interrelated? Has the attempt to architecturally reproduce what was lost in 1945 been instrumental in bringing back the political ghosts of that very same era?

Through interviews with stakeholders, urban planners, politicians and critics, Where·to with history? looks into the possible connections between architecture and politics in Dresden. It shows how architecture has indeed helped pave the way for the current right-wing-surge. But more generally, it depicts a city caught up in painful dilemmas and blind alleys in its ongoing attempt to overcome a destructive and ideologically charged past that just won’t go away.

Deutsch: Jeden Montag prallen zwei Realitäten auf dramatische Weise aufeinander, wenn die Pegida-Bewegung sich abends vor den pittoresken wiederhergestellten barocken Kulissen der Dresdener Innenstadt trifft, um gegen Ausländer*innen, Geflüchtete, die Politik und Medien zu demonstrie-ren. Aber stehen diese zwei Realitäten wirklich im Widerspruch zueinander oder herrscht eine Verbindung? Hat der Versuch, das, was 1945 verloren gegangen war, architektonisch wiederher-zustellen, dazu beigetragen, die politischen Geister aus jener Zeit zu wecken?

Dresden gilt seit seiner Zerstörung im Februar 1945 weltweit als Symbol für die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Hier materialisieren sich die Fragen nach Schuld und Opferrolle des Krieges und auch die DDR-Zeit mit ihren städtebaulichen Hinterlassenschaften ist nach wie vor ein wichtiges Thema. Gleichzeitig galt die Stadt lange als Beispiel für eine gelungene Wiedervereinigung. Mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche und nun des Neumarkts hat Dresden auch im wirtschaftlichen Sinne eine Erfolgsgeschichte vorzuweisen, die an die Vision der „blühenden Landschaften“ von Altkanzler Kohl erinnert.

Irgendetwas jedoch scheint fehlgeschlagen zu sein. Denn in den letzten Jahren hat Dresden einen markanten Rechtsruck erlebt, am deutlichsten verkörpert und gefördert durch die Pegida-Bewegung und auch erkennbar in der Popularität, die die AfD aktuell genießt. Dies wirft die Frage nach einem möglichen Zusammenhang auf: Haben die städtebaulichen Rekonstruktionsarbeiten als Heilungsversuch den Opfermythos in der Stadt nur verstärkt und somit den Weg für eine Bewegung wie Pegida bereitet?

Durch Interviews mit Protagonist*innen aus Stadtplanung und Politik geht der Film dieser These nach, dabei will er in erster Linie nicht beurteilen, sondern vielmehr neue Sichtweisen und Perspektiven aufzeigen, wie das städtebaulichen Dilemma und die damit verbundenen verhärteten Positionen aufgelöst werden könnten.